
Daniel Tunggul
Mitgründer & CSO bei machtfit

Dr. Christian Becker
Product Lead bei machtfit
Unzufriedene Mitarbeitende sind das größte Geschäftsrisiko für Unternehmen. Über 50 % von ihnen suchen laut Gallup aktiv nach neuen beruflichen Möglichkeiten, jede Nachbesetzung kostet im Schnitt 43.000 €. Die Krankheitstage haben mit einem Plus von 22 % einen Rekordstand erreicht, gleichzeitig fehlen laut Statistischem Bundesamt bis 2035 rund drei Millionen Fachkräfte. In dieser Gemengelage ist ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement keine Kür mehr, sondern Teil der Geschäftsstrategie. Wer Mitarbeitende nicht aktiv unterstützt, verliert sie an Wettbewerber, die genau das tun.
Die Erwartungshaltung von Mitarbeitenden steigt rasant. Laut MetLife Employee Benefit Trends Study hat sich die Zahl der als unverzichtbar erwarteten Benefits zwischen 2020 und 2023 von 6,6 auf 8,3 erhöht – mit weiter steigender Tendenz. Hinzu kommt: Gesundheit ist ein hochindividuelles Thema. Es gibt nicht das eine Angebot, das für alle passt. Der Markt reagiert darauf mit immer neuen, zunehmend spezialisierten Anbietern. Ein zweiter Treiber: Auch der wirksamste Aktivierungsweg ist noch nicht abschließend gefunden. App, Vor-Ort-Kurs, Coaching, Plattform – jeder Anbieter setzt auf einen eigenen Hebel, was die Vielfalt zusätzlich befeuert.
Die machtfit-Daten aus 2023 zeigen eine breite Streuung der Gesundheitsziele: Gewicht reduzieren (51 %), Kraft- und Muskelaufbau (41 %), Verspannungen lösen (39 %), Ausdauer verbessern und gesunde Ernährung (je 34 %), Stress reduzieren (30 %) sowie Wellness und Entspannung (28 %). Die ergänzende Online-Befragung mit 868 machtfit-Nutzer:innen und 562 Arbeitnehmer:innen bestätigt das Bild bei den ausgeübten Sportarten: Fitness und Gewichte (48 %), Radfahren (39 %), Wandern (33 %) und Laufen (32 %) führen, doch auch Yoga, Pilates, Schwimmen oder Gymnastik haben mit 14 bis 19 % eigenständig relevante Nachfragegruppen. Beim „was würde ich gerne mehr machen“ rückt Schwimmen mit 39 % auf Platz eins. Branche, so zeigt die Auswertung, ist kein signifikanter Einflussfaktor – Alter und Geschlecht hingegen schon. Übersetzt heißt das: Eine breite, individualisierbare Angebotslandschaft ist Pflicht, wenn man wirklich alle Mitarbeitenden erreichen will.
Selbst wer sich täglich mit dem Markt beschäftigt, behält kaum noch die Übersicht. Die wichtigsten Klaster auf einen Blick: Arbeits- und Gesundheitsschutz (z. B. BestMed, ASUMED, PIMA, Betriebsarzt-Service, TÜV, DEKRA), betriebliches Eingliederungsmanagement (claraZeit, pebb), BGM-Beratung (Dear Employee, movement24, IFBG, SkolaWork, BAD, Benefit BGM, Team Gesundheit), Content-Plattformen Gesundheit (Virgin Pulse, Gymondo, Humanoo), mentale Gesundheit (nilo.health, Instahelp, Likeminded, Evermood), Firmenfitness (Urban Sports Club, Wellhub, Hansefit, EGYM Wellpass), Screening und Gesundheits-Check-ups (cerascreen, mesana, wellabe), Gesundheitsplattformen (Hanako, moveeffect, lt, professionfit, moveup), Fahrradleasing (Business Bike, Bikeleasing, JobRad) sowie sonstige Benefits wie Massagen und Ernährung (wellnow, JuiT, Every, pxtra, Hello Fresh). Aus dem Webinar selbst ergänzt durch die Teilnehmenden: Medizin und Terminarztsuche (z. B. Doctolib), Krebsprävention und Vorsorge, Ergonomie (z. B. Deep Care), Case Management sowie Betriebskrankenkassen als eigene Anlaufstelle.
So vielfältig die Anbieterlandschaft ist, so anspruchsvoll wird die Steuerung. Die Integration eines neuen Partners ist ressourcenintensiv: Compliance- und Datenschutzprüfung, Gremienarbeit, Vertrags- und IT-Anbindung kosten Zeit. Pro Jahr lassen sich realistisch nur wenige Anbieter neu integrieren – die Auswahl muss also stimmen. Hinzu kommt die Orientierungsfrage: Welcher von fünf Spezialisten zu einem Thema ist der richtige? Hilfestellungen wie das Top Brand Corporate Health Siegel oder Benchmarks aus Best-Practice-Cases können entlasten, ersetzen aber keine eigene Bewertung. Der zweite Engpass ist Budget: Wer kein Budget hat, kann auch nichts ausprobieren – ein Teufelskreis. Verstärkt wird das durch die schwierige Wirkungsmessung: BGM zahlt langfristig auf Krankenstand, Fluktuation und Produktivität ein, kurzfristige Effekte sind kaum vorzeigbar. Der pragmatische Ausweg laut Praxisbeispiel aus dem Webinar: BGM nicht nur über Gesundheit argumentieren, sondern als Hebel für Arbeitgeberattraktivität, Mitarbeitendenzufriedenheit und Umsatzfähigkeit positionieren. Wer im internationalen Konzern arbeitet, sollte zusätzlich den Blick zu Kolleg:innen in Märkten mit arbeitgeberfinanzierter Krankenversicherung suchen – dort ist Prävention häufig längst fest in der Finance-Logik verankert.
Eine All-in One BGM Plattform setzt genau an diesen Engpässen an. Statt jede Gesundheitsmaßnahme einzeln einzukaufen, zu integrieren und zu kommunizieren, läuft alles über einen Zugang: jeden Monat neue passende Gesundheitsangebote, alles aus einer Hand ohne Aufwand und Bürokratie, kontinuierliche und individuelle Kommunikation an die Mitarbeitenden, jederzeit Transparenz darüber, was wie genutzt wird, sowie die konsequente Nutzung aller steuerlichen Töpfe. Das Ergebnis: Mitarbeitende erleben einen Arbeitgeber, der echte Vielfalt bietet – und werden zu Fans. HR und BGM gewinnen Steuerbarkeit zurück, weil sie auf Daten statt auf Bauchgefühl entscheiden können. Und Finance bekommt einen klaren Business Case, weil ein Budget mehrere Bedarfe abdeckt und steuerliche Spielräume sauber gehoben werden.
machtfit ist 2011 als Marktplatz für lokale Präventionskurse gestartet und hat das Angebot kontinuierlich ausgebaut: digitale Präventionskurse, eigene Firmenangebote, textbasierte Inhalte, lokale und digitale Non-Prevention-Angebote, Challenges, Live-Content, Gesundheitsprodukte und Impfungen. Aktuell wird die Kategorie Firmenfitness integriert. Die Zielperspektive bis 2027 ist klar: Employee Essentials – also alles, was Mitarbeitende brauchen, um körperlich und mental fit produktiv zu arbeiten. Dazu zählen perspektivisch auch Bike Leasing, Employee Assistance, Coaching, Kinder- und Pflegebetreuung sowie medizinische Lösungen. Die Idee dahinter: ein Zugang, ein Budget, maximale Wirkung – statt Insellösungen mit unsichtbarer Schnittstelle.
00:00 – Begrüßung und Vorstellung der Speaker
05:30 – Warum gibt es so viele BGM-Anbieter? Markttreiber und Erwartungen
07:30 – Steigende Benefit-Erwartungen: von 6,6 auf 8,3 unverzichtbare Benefits
10:00 – Gesundheitsziele 2023 der machtfit-Nutzer:innen
13:00 – Branche als Einflussfaktor und repräsentative Online-Befragung
16:00 – Was Mitarbeitende tun und was sie zusätzlich tun wollen
19:30 – Klasterung der BGM-Anbieterlandschaft auf dem Miroboard
23:30 – Diskussion: fehlende Klaster wie Medizin, Vorsorge, Ergonomie
29:30 – Herausforderungen: Aufwand, Budget, Verantwortlichkeit
36:00 – Vorsorgende Instandhaltung als Bild für betriebliche Prävention
40:00 – Internationaler Vergleich: Krankenversicherung als Finance-Hebel
43:00 – BGM als Argument für Arbeitgeberattraktivität und Umsatzfähigkeit
46:00 – Vorteile einer All-in-One BGM Plattform und Ausblick Employee Essentials
Das Netzwerk für HR-Verantwortliche, die Gesundheit strategisch denken.
hr health gibt Personalabteilungen Austausch mit Peers, praxisnahe Impulse und belastbare Daten an die Hand – für mehr Leistungsfähigkeit, Zufriedenheit und Bindung bei Mitarbeitenden.