Bei Atradius gab es viele Gesundheitsangebote, aber kein gemeinsames Dach: Standorte außerhalb von Köln wurden kaum erreicht. Mit machtfit hat der Kreditversicherer das geändert und erreicht heute nahezu alle Mitarbeitenden, vom Kölner Hauptsitz bis zum Kleinbüro in der Eifel.
Branche
Kreditversicherungen
Anzahl Mitarbeitende Deutschland
550
Anzahl Mitarbeitende weltweit
35.000
Registrierte Nutzer:innen machtfit
94 %
Kunde seit
2018
Atradius Kreditversicherung (kurz: Atradius) ist Spezialversicherer für Warenforderungen und weltweit die Nummer zwei im Markt. Das Unternehmen versichert die Forderungen seiner Kunden gegenüber deren eigenen Abnehmern. Liefert ein Kunde auf Zahlungsziel und zahlt der Abnehmer nicht, tritt Atradius dafür ein. Bei Warenströmen im Milliardenbereich kann ein Zahlungsausfall für ein Unternehmen existenzbedrohend sein. Weltweit beschäftigt Atradius rund 35.000 Menschen, in Deutschland sind es etwa 550, verteilt auf mehrere Niederlassungen. Die Hauptniederlassung ist Köln mit knapp 500 Mitarbeitenden. Daneben gibt es Vertriebsstandorte etwa in Hamburg und Berlin, die teils nur 5 bis 10 Personen umfassen.
Ein schnelles, stark auf Vertrauen basierendes Geschäft prägt den Arbeitsalltag bei Atradius. Rund 85 % der Entscheidungen über neue Kunden trifft das Unternehmen innerhalb von 24 Stunden, bei gleichzeitig hohem Qualitätsanspruch. Alle Mitarbeitenden, ob im Vertrieb, in der Schadenbearbeitung oder im Inkasso, sind Teil derselben Wertschöpfungskette. Sie arbeiten vollständig integriert, ohne größere Unterschiede in Belastung zwischen den Bereichen. Das Geschlechterverhältnis liegt nahezu bei fifty-fifty (47–48 % Männer, 52–53 % Frauen). Ein Unterschied zeigte sich beim Zugang zum Thema Gesundheit, denn Männer waren zu Beginn schwerer für Gesundheitsthemen zu erreichen als Frauen.
Interviewpartner waren Birgit Ehrenfried, seit 35 Jahren im Unternehmen und heute Personalleiterin für Deutschland, Zentral- und Osteuropa. Ebenfalls dabei war Jens Venn, seit fast 25 Jahren im Unternehmen, aktuell Projektleiter für den anstehenden Bürostandortwechsel und zuständig für das betriebliche Gesundheitsmanagement.
Atradius hatte als Versicherer schon immer einen starken Fokus auf die eigenen Mitarbeitenden. Das Unternehmen verfügte über eine Reihe von Gesundheitsangeboten: Rabattvereinbarungen mit Fitness- und Yoga-Studios, eine eigene Grippeschutzimpfung, Augenuntersuchungen sowie gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse organisierte Gesundheitstage.
Diese Angebote waren stark auf Köln konzentriert und liefen alle über individuell verhandelte Verträge in Eigenregie. Niemand prüfte im Nachhinein, wie stark die Mitarbeitenden sie tatsächlich nutzten. Standorte außerhalb von Köln, teils mit nur 5 bis 10 Mitarbeitenden, erreichten die Angebote kaum.
Der konkrete Anstoß kam aus Mitarbeitendenbefragungen. Bestehende Angebote nahmen Mitarbeitende teilweise gar nicht wahr, während sie gleichzeitig Angebote nachfragten, die es eigentlich schon gab, aber niemand kannte. Organisatorisch war der Aufwand hoch, vor allem bei der Durchführung von Veranstaltungen, wo An- und Abmeldungen, Terminkoordination und Verwaltung größtenteils manuell liefen. Eine echte Erfolgsmessung gab es nicht, denn wer die Angebote nutzte und was sie bewirkten, ließ sich kaum nachvollziehen, da Kennzahlen und Return-Betrachtungen vor rund 15 Jahren noch nicht im Fokus standen. Zusätzlich galt das Thema Gesundheit, insbesondere psychische Belastungen, noch stärker als Tabu.
Der erste Schritt in Richtung Marktsuche verlief zunächst ernüchternd. Es gab zwar viele Anbieter für einzelne Themen wie Bewegung oder Ernährung, aber kaum jemanden, der alle drei für Atradius wichtigen Säulen – mentale Gesundheit, Ernährung und Bewegung – gemeinsam abdeckte. Ebenso fehlte häufig die Möglichkeit, eigene interne Angebote wie die Grippeschutzimpfung organisatorisch einzubinden.
Über eine Messe kurz nach Gründung von machtfit kam der Kontakt zustande.
Ein Projektteam aus Betriebsrat und HR bewertete machtfit gegen zwei bis drei alternative Anbieter, die jeweils bei einzelnen Anforderungen Schwächen zeigten.
Die Zielkriterien waren klar definiert:
Die Angebote sollten alle Mitarbeitenden über die gesamte Deutschlandfläche hinweg gleich behandeln. Das sollte unabhängig davon gelten, ob jemand in einem Kleinbüro in der Eifel oder in Köln mit 500 Kolleg:innen sitzt. Zudem sollten die Angebote alle drei Gesundheitssäulen abdecken und den Mitarbeitenden einen Gesamtüberblick geben, mit Anonymität, wo gewünscht. Ergänzend sollte das Angebot dezentral und unabhängig von Präsenzarbeit funktionieren.
Ein wichtiger Punkt bei der Einführung war zudem, den Mitarbeitenden ein eigenes Gesundheitsguthaben mit Eigenanteil zu geben. Dahinter stand die Überzeugung, dass diese ohne Eigenanteil zwar buchen, das Angebot aber nicht nutzen.
Die größte Herausforderung beim Go-Live war, das Angebot bei den Mitarbeitenden bekannt zu machen und diese vom Nutzen zu überzeugen. Anfängliche Reaktionen wie „schon wieder eine Plattform, wo ich mich anmelden muss“ waren keine Seltenheit. Auch technisch war der Start nicht ganz reibungslos: Zu Beginn gab es unterschiedliche Anmeldecodes je nach Standort.
Um die Einführung zu begleiten, gewann das BGM-Team gezielt Gesundheitsbotschafter an den Standorten außerhalb von Köln. Sie fungierten als Ansprechpersonen, trugen das Thema zu den Mitarbeitenden und spielten Rückmeldungen zurück. Vor allem per E-Mail kommunizierte das BGM-Team, ergänzt durch einen Gesundheitstag zur Vorstellung des Angebots.
Entscheidend für die Akzeptanz war, dass Geschäftsleitung und Betriebsrat das Thema gemeinsam trugen und die Botschafter dadurch glaubwürdig auftreten konnten. Mit steigender Bekanntheit der eigenen, bereits etablierten Angebote über machtfit stieg auch die Registrierungsquote spürbar.
Diese Kommunikationswege haben sich seither weiterentwickelt. Heute läuft der Austausch zunehmend über Microsoft Teams, ergänzt durch weiterhin bewusst gepflegte Präsenztermine und E-Mail.
Mitarbeitergesundheit hat inzwischen einen festen Slot bei Betriebsversammlungen und ist auf der HR-Website verankert. Neue Mitarbeitende erhalten den Registrierungscode zudem direkt beim Onboarding.
Gerade in der Anfangszeit gab es einen engen Austausch mit machtfit, mindestens einmal im Monat, teilweise öfter. So sahen beide Seiten, wie die Angebote ankamen und was sich verbessern ließ. Das Team nahm Anregungen aus diesen Gesprächen auf und setzte sie um. Das Unternehmen gehörte zudem zu den ersten Kunden, die neue Features testen durften.
Birgit Ehrenfried und Jens Venn beschreiben diese frühe Phase als gemeinsames Lernen auf Augenhöhe.
»Die Plattform ist ja nicht nur etwas zum Buchen, sondern es gibt auch ganz viele Impulse – ob Newsletter, ob Aktionen, ob Challenges, wo Leute teilnehmen können. Wir haben da jeden Monat mehrere Tausend Klicks. Das Thema wach zu halten, wirklich im Bewusstsein zu halten – dafür ist die Plattform für uns ein Segen.«
Birgit Ehrenfried, Personalleiterin Deutschland, Zentral- und Osteuropa
Auch wenn der Austausch heute nicht mehr monatlich stattfindet, prägen Offenheit und Bereitschaft zum gemeinsamen Ausprobieren die Zusammenarbeit weiterhin. Über den reinen Plattformbetrieb hinaus hat Atradius mehrfach an offenen Challenges teilgenommen. Dazu zählt unter anderem eine auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Schritte-Challenge in Form einer „Deutschlandtour“ durch alle Niederlassungen. Zudem fanden Gesundheitstage mit Beteiligung von machtfit vor Ort statt.
Das Gesundheitsangebot von Atradius deckt heute alle drei ursprünglich definierten Säulen ab:
mentale Gesundheit, Ernährung und Bewegung. Bis auf einen Teilbereich der mentalen Gesundheit, den ein bestehender externer Partner abdeckt, läuft alles vollständig über machtfit. Atradius setzt bewusst jedes Jahr einen Themenschwerpunkt, statt alles gleichzeitig zu bespielen. Nach einer intensiven Phase zu mentaler Gesundheit, ausgelöst unter anderem durch Corona und die geopolitische Lage, liegt der Fokus im kommenden Jahr zusätzlich auf Ernährung. Grund ist der geplante Umzug mit einem neuen Cateringkonzept. Mentale Gesundheit bleibt dabei angesichts der geopolitischen Lage weiterhin ein zentrales Begleitthema.
Gesundheit ist heute ein selbstverständlicher Teil der Unternehmenskommunikation. Themen wie Sucht oder mentale Belastung, die früher oft Tabu waren, sind heute besprechbar geworden. Für Mitarbeitende an kleineren Standorten hatte die flächendeckende Einführung eine spürbare Wirkung: Sie erleben erstmals denselben Zugang zu Angeboten wie die Kolleg:innen am Hauptsitz. Atradius behandelt Mitarbeitergesundheit nicht als isoliertes Thema, sondern verzahnt es bewusst mit aktuellen Unternehmensereignissen. Ein Beispiel ist der bevorstehende Umzug, der den Ernährungsschwerpunkt des kommenden Jahres mitbestimmt
»[...] Und diese Aussage der Mitarbeitenden: Ich werde gesehen. Ich werde an meinem kleinen Standort gesehen und bekomme genauso einen Zugang zu den Angeboten wie alle anderen auch. Ich glaube, das hatte von der Veränderung her eine sehr hohe Wirkung. «
Birgit Ehrenfried, Personalleiterin Deutschland, Zentral- und Osteuropa
Die Registrierungsquote liegt heute bei 94 %; die verbleibenden Mitarbeitenden sind größtenteils Langzeiterkrankte oder aus ähnlichen Gründen nicht registriert. Über Newsletter erreicht Atradius damit praktisch alle Mitarbeitenden mindestens monatlich.
Firmenfitness hat sich zu einem der am stärksten nachgefragten Angebote entwickelt. Nach einem verhaltenen Start, weil viele Mitarbeitende zunächst noch laufende Fitnessstudio-Verträge hatten, zählt Atradius mittlerweile 80 bis 90 Anmeldungen. Sie verteilen sich auf Köln und die übrigen Standorte in Deutschland.
Auch die Nutzungsstruktur hat sich verändert. Nutzten zu Beginn vor allem Frauen die Bewegungsangebote, streuen sich die Nutzenden heute breit über Mitarbeitendengruppen und Angebotsarten. Mitarbeitende nutzen dabei auch Angebote, die nicht finanziell bezuschusst werden. Allein die Sichtbarkeit im System reicht, damit sie das passende Angebot für sich finden.
Die Administration hat sich deutlich vereinfacht. Auswertungen, die das Team früher manuell in Excel pflegte (wer für welchen Termin gebucht ist, in welchem Raum, bei wem), lassen sich heute direkt ziehen. Wiederkehrende interne Angebote wie Grippeschutzimpfung oder Augenuntersuchung kann das Team einfach als bestehende Vorlage kopieren. Mitarbeitende melden sich selbstständig über Zeitslots an.
Die Nutzung lässt sich zudem nach Geschlecht und Alter auswerten, um gezielt zu erkennen, welche Gruppen das Unternehmen stärker ansprechen sollte. Zugriff auf diese Auswertungen hat nur ein kleiner, geschützter Kreis. Das ist wichtig, damit Mitarbeitende etwa bei der Buchung von Suchtprävention auf Vertraulichkeit vertrauen können. Weniger Arbeit insgesamt bedeutet das nicht zwangsläufig, wohl aber die Möglichkeit, mit demselben Aufwand deutlich mehr anzubieten.
Gesundheit wird zum offen besprechbaren Thema: Mitarbeitende, insbesondere an kleineren Standorten, äußern das Gefühl, erstmals denselben Zugang zu Gesundheitsangeboten zu haben wie die Kolleg:innen am Hauptsitz. Atradius hat über machtfit auch unternehmenseigene Formate wie Feedback-Workshops eingebunden. Dahinter steht die Überzeugung, dass auch der Umgang miteinander Teil von Gesundheit ist.
Nach zehn Jahren mit machtfit sehen Birgit Ehrenfried und Jens Venn die damalige Entscheidung bestätigt. Sonst wäre Atradius nicht so lange dabeigeblieben und würde den Weg nicht fortsetzen wollen.
Die ursprünglichen Ziele wurden erreicht:
Angebote in die Breite zu bringen, alle Standorte gleich zu behandeln, alle drei Gesundheitssäulen abzudecken und zu verstehen, was die Belegschaft wirklich braucht.
Anderen Unternehmen in einer ähnlichen Ausgangslage raten die beiden, das Thema nicht allein anzugehen, sondern sich einen Sparringspartner für den ersten Schritt zu suchen.
Wichtig sei zudem, von Beginn an sowohl HR als auch Betriebsrat einzubinden, um Akzeptanz bei Geschäftsleitung und Belegschaft zu sichern. Ebenso raten sie, sich möglichst breit aufzustellen, statt vorzugeben, welche Angebote für die eigenen Mitarbeitenden richtig sind.
Genauso wichtig: Mitarbeitergesundheit fest in der Unternehmenskultur zu verankern, statt es als Einzelmaßnahme zu betreiben.
Bereit, dass auch bei euch Mitarbeitende zu Fans werden?
Unsere Kunden stellen Gesundheitsangebote nicht nur bereit, sondern bringen sie in wirksame Nutzung in der Breite – mit dem Corporate Health System von machtfit. Im unverbindlichen Gespräch zeigen wir dir, wie das auch bei euch funktioniert.
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