
Dr. Christian Becker
Product Lead bei machtfit

Simon Brzoska
Content Lead bei machtfit
Der deutsche Arbeitsmarkt steht vor gewaltigen Herausforderungen: Die Techniker Krankenkasse verzeichnete von Januar bis November 17,7 Krankheitstage pro Mitarbeiter – ein dramatischer Anstieg von 12,3 Tagen (2021). Psychische Diagnosen wie Depressionen und Angststörungen rangieren nach Atemwegserkrankungen auf Platz 2 der häufigsten Ausfallgründe.
Fluktuation und Motivation in der Krise
42% der Arbeitnehmer erwägen aktiv einen Jobwechsel, während nur 48% sich wirklich Mühe im Job geben. Die emotionale Bindung sinkt dramatisch: 70% der Arbeitgeber beobachten weniger Engagement. Bei Neueinstellungskosten von 43.000€ wird Mitarbeiterbindung zum wirtschaftlichen Überlebensfaktor.
Demografischer Wandel verschärft die Lage
Die AU-Falldauer steigt altersbedingt drastisch: von 4,7 Tagen bei 15-19-Jährigen auf 20,2 Tage bei über 60-Jährigen. Mit einer alternden Belegschaft und 3 Millionen fehlenden Fachkräften bis 2035 wird präventive Gesundheitsförderung zur Überlebenstrategie.
Volkswirtschaftliche Dimensionen: 128 Milliarden Euro Verlust
886 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage kosteten 2023 volkswirtschaftlich 128 Milliarden Euro. Für Unternehmen bedeutet das 200-400€ pro Krankheitstag – bei steigender Tendenz bis zu 6400€ Gesamtkosten pro Mitarbeiter jährlich.
Die machtfit-Datenanalyse mit über 320.000 Nutzern zeigt klare Präferenzen: Gewichtsreduktion (49%), Kraft/Muskelaufbau (45%) und Verspannungen lösen (41%) dominieren. Wellness und Entspannung gewannen an Bedeutung (+4 Prozentpunkte), was den steigenden Stresslevel widerspiegelt.
Geschlechtsspezifische Unterschiede nutzen
Frauen priorisieren Gewichtsreduktion (53% vs. 48% Männer), Verspannungen lösen und Stressreduktion. Männer fokussieren stärker auf Kraft/Muskelaufbau (50% vs. 32% Frauen) und Ausdauerverbesserung. Diese Erkenntnisse ermöglichen zielgerichtete Ansprachen.
52% der Befragten fühlen sich müde/erschöpft – ein alarmierend hoher Wert, der sich seit 2023 kaum verbesserte. Die Nachfrage nach Stressmanagement (44%), Massage/Wellness (40%) und Entspannungsübungen (40%) zeigt den dringenden Handlungsbedarf.
Fitness/Kraft führt unangefochten mit 64% die Wunschliste an, gefolgt von Massage/Wellness (54%). Klassiker wie Schwimmen (34%), Radfahren (29%) und Laufen/Joggen (26%) bleiben konstant gefragt. Überraschend: Gymnastik (23%) und Tanzen (14%) gewinnen an Bedeutung.
Ausgewogene Ernährung (44%) und zuckerreduzierte Kost (34%) stehen im Fokus. Selber kochen und Kalorienreduktion folgen mit je 28%. Intervallfasten (23%) etabliert sich als dauerhafter Trend, während vegane Ernährung mit 9% Nische bleibt.
Nahrungsergänzungsmittel sprangen 2024 auf Rang 1 (+7 Plätze), gefolgt von konstant gefragter Massage. Trainingszubehör, Kochboxen und Ernährungsberatung komplettieren die Top 5. Der Trend zeigt: Mitarbeiter wollen konkrete, selbst steuerbare Gesundheitslösungen.
00:00 – Begrüßung und Webinar-Überblick
04:05 – Krankenstandsentwicklung: 17,7 Tage Höchststand 2024
07:26 – Volkswirtschaftliche Kosten: 128 Milliarden Euro Verlust
10:57 – Fluktuationsproblematik: 42% erwägen Jobwechsel
12:42 – Demografischer Wandel und Fachkräftemangel
15:32 – Übergang zu machtfit-Nutzerforschung
18:16 – Gesundheitsziele 2024: Gewicht, Kraft, Verspannungen
22:39 – Gender-Unterschiede bei Gesundheitszielen
24:15 – Mentale Gesundheit: 52% müde/erschöpft
27:59 – Fitness-Präferenzen: Kraft dominiert mit 64%
31:00 – Ernährungswünsche: Ausgewogenheit vor Trends
35:03 – Beliebteste Angebotskategorien 2024
40:45 – BGM-Empfehlungen 2025: Wettbewerbsvorteil
47:18 – Interaktiver Workshop mit Umfragen
1:03:05 – Zusammenfassung und Ausblick
1:04:19 – Verabschiedung und nächste Termine
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