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Return on Health: Praxisleitfaden für Unternehmenserfolg durch Gesundheit

Ein ehrlicher, datenbasierter Blick auf den ROI im BGM: Was Metaanalysen wirklich belegen, welche Hebel den Unterschied machen und wie Sie aus BGM ein Profit Center machen.

Simon Brzoska

Content Lead bei machtfit

Benedikt Kurz

Dualer Student Content bei machtfit

Lohnt sich BGM wirklich, oder ist Return on Health am Ende doch nur eine Zahl, die sich Anbieter und HR-Abteilungen schönrechnen? Simon Brzoska (machtfit) liefert in diesem Webinar bewusst keine Wohlfühl-Antwort, sondern eine kritische Analyse: aus einer Live-Umfrage schätzen 50 Prozent der teilnehmenden BGM-Verantwortlichen ihren eigenen ROI auf unter 100 Prozent, gleichzeitig versprechen Anbieter regelmäßig Werte von 300 bis 500 Prozent. Sie erfahren, was die wichtigsten IGA-Reports und drei aktuelle internationale Reviews tatsächlich belegen, warum die Studienqualität den gemessenen ROI massiv beeinflusst und welche sieben Hebel im eigenen Unternehmen wirklich rechnen. Am Ende haben Sie ein belastbares Argumentationsgerüst für CFO, Geschäftsführung und Personalleitung, mit dem aus einer Kostenstelle BGM ein anerkanntes Profit Center wird.

Was Sie aus diesem Webinar mitnehmen

  • Was Return on Health wirklich bedeutet und warum er so schwer messbar ist → Sie verstehen, wie Kosten und Returns im BGM gegenübergestellt werden, warum Kosten leicht und Returns nur teilweise messbar sind und welche Rolle das Präventionsparadoxon und prospektive Wirkungen spielen.
  • Was aktuelle Studien zum ROI im BGM tatsächlich zeigen → Sie kennen die Kernergebnisse aus IGA-Report 28 und 40 sowie aus drei internationalen Reviews und wissen, warum die Studienqualität den gemessenen ROI massiv verändert und teils sogar negativ ausfallen lässt.
  • Sieben Hebel für einen wirklich positiven ROI → Sie wissen, wie Skaleneffekte ab 500 Mitarbeitenden, Langfristigkeit, Zielgruppenorientierung, Management-Engagement, Fokus auf Krankheitsmanagement, Bezuschussung und digitale Tools den ROI Ihres BGM messbar heben.
  • Wie Sie Geschäftsführung und CFO überzeugen → Sie kennen die fünf Schritte, mit denen Sie aus Krankenstandsdaten, Studienlage und Pilotprojekten einen belastbaren Business Case formen und in eine englische Spirale aus Budget, Projekten und Wirkung kommen.
  • Cost Center oder Profit Center und acht Schritte zum positiven ROI → Sie können Ihr BGM klar als Profit Center positionieren, nutzen die vier Säulen des multiperspektivischen Legitimationskonzepts und haben einen sofort umsetzbaren Acht-Schritte-Fahrplan vom Business-Ziel bis zur Skalierung.

Was Return on Health wirklich bedeutet und warum er so schwer messbar ist

Hinter Return on Health steht eine einfache Logik: Sie stellen den Investitionen in Prävention und Gesundheitsförderung den finanziellen Nutzen gegenüber, der für Ihr Unternehmen daraus entsteht. Auf der Kostenseite stehen Programme wie §20-Prävention, Betriebsarzt, EAP, MhFA-Netzwerke, ergonomische Ausstattung, Mitarbeitendenkantine, Personalkosten oder Firmenfitness. Diese Kosten lassen sich in der Praxis sehr präzise messen. Auf der Returnseite stehen Effekte wie weniger AU-Tage, niedrigere Fehlzeiten, weniger Arbeitsunfälle und geringere Fluktuation. Diese Größen sind ebenfalls gut erfassbar. Schwieriger wird es bei Mitarbeitendenzufriedenheit, Motivation, Wohlbefinden und Produktivität: genau hier liegt der eigentliche Hebel, weil diese Faktoren auf nahezu alle messbaren Größen einzahlen, gleichzeitig aber nur indirekt erfasst werden können. Hinzu kommt das Präventionsparadoxon: Wirkungen entstehen oft erst Jahre später, sodass eine rein retrospektive Betrachtung den tatsächlichen ROI systematisch unterschätzt. Wer den prospektiven Effekt mitdenken will, muss mit Schätzwerten arbeiten – ein bewusster Umgang damit ist Voraussetzung jeder seriösen ROI-Logik.

Was aktuelle Studien zum ROI im BGM tatsächlich zeigen

Für eine seriöse Einordnung lohnt der Blick in die wichtigsten Quellen. Der IGA-Report 28 wertete Studien aus 2006 bis 2012 aus und kam auf einen Return on Prevention von 327 Prozent sowie eine Reduktion krankheitsbedingter Fehlzeiten um durchschnittlich 25 Prozent. Der Folgereport IGA 40 für den Zeitraum 2012 bis 2018 nennt einen ROI von rund 270 Prozent und betont: besonders effektiv sind Programme, die mehrere Problemfelder gezielt adressieren statt mit der Gießkanne zu arbeiten. Der Review von Tan et al. (2023, European Journal of Public Health) wertete 141 Interventionsstudien aus 26 Ländern aus, davon zeigen 56 Prozent einen positiven ROI, 8 Prozent einen negativen. Der Review von Unsal (2021, Public Health Reports) stellt heraus, dass Krankheitsmanagement-Programme den höchsten ROI erzielen und dass Unternehmen mit über 500 Mitarbeitenden klare Skalenvorteile haben. Besonders aufschlussreich ist der Review von Baxter et al. (2014): er weist einen durchschnittlichen ROI von 138 Prozent aus, zeigt aber gleichzeitig, dass strenge RCTs einen negativen ROI von minus 26 Prozent ergeben, mittlere Studienqualität nahezu neutrale Werte und nur schwache Beobachtungsstudien deutlich positive ROIs liefern. Die Botschaft ist klar: positiver ROI im BGM ist möglich, ein Verlust aber genauso. Anbieterversprechen von 400 oder 500 Prozent halten der wissenschaftlichen Realität selten stand und sollten in der Argumentation gegenüber Geschäftsführung und CFO nicht ungeprüft übernommen werden.

Sieben Hebel für einen wirklich positiven ROI

Aus der Studienlage lassen sich klare Hebel ableiten, die in Ihrer eigenen BGM-Praxis den Unterschied machen.

  1. Skaleneffekte: ab etwa 500 Mitarbeitenden verbessert sich das Verhältnis von Kosten zu Wirkung deutlich.
  2. Langfristigkeit und Strategie statt Einzelmaßnahmen: BGM braucht Rahmenbedingungen, Bedarfsanalysen und einen klaren roten Faden.
  3. Management- und Führungskräfte-Engagement: sichtbare Vorbildfunktion der Geschäftsleitung wirkt stark auf Aktivierung.
  4. Programmlänge und Frequenz: regelmäßige Impulse hebeln den ROI mehr als einmalige Highlights.
  5. Zielgruppenorientierung: Frauen und Männer, Generationen, Produktion, Logistik, Außendienst und Office haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse, Kanäle und Gesundheitsverständnisse.
  6. Fokus auf Disease Management, Präsentismus, mentale Gesundheit und Sucht, weil dort die größten Fehlzeiten und damit der größte Hebel liegen.
  7. Konsequente Bezuschussung über §20, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften: jede ko-finanzierte Maßnahme verbessert den ROI aus Unternehmensperspektive direkt.

Ergänzend lohnt es sich, digitale Plattformen zu nutzen, statt jedes Angebot intern aufzubauen, weil Sie sonst Ihre Kapazität in Organisation statt Wirkung investieren. Wer alle sieben Hebel zugleich bedient, kommt selbst bei vorsichtigen Schätzwerten verlässlich in den positiven ROI-Bereich.

Wie Sie Geschäftsführung und CFO überzeugen

Vorstand, CFO und Personalleitung sind in der Regel skeptisch und brauchen Zahlen statt Bauchgefühl.

  1. Zeigen Sie das Problem in Zahlen. Wie hoch ist der Krankenstand, wie viele BEM-Fälle, in welchen Abteilungen, mit welchen Kosten? Diese Grundlage ist die einzige Sprache, die im Vorstand wirklich landet.
  2. Legen Sie Studien und Reviews vor, ohne sie schönzureden. Genau die kritische Einordnung schafft Glaubwürdigkeit.
  3. Bringen Sie konkrete Fallbeispiele aus dem eigenen Unternehmen mit, etwa eine Langzeiterkrankung in einer Schlüsselrolle und deren wirtschaftliche Folgen.
  4. Rechnen Sie mit transparenten Schätzwerten ein Einsparpotenzial vor, das auf Ihrer realen Ausgangslage basiert.
  5. Halten Sie die BGM-Fahne dauerhaft hoch, lassen Sie sich aktiv in strategische Termine einladen und positionieren Sie sich als Lösungspartner, nicht als Kostenposten.

Ziel ist die englische Spirale: Pilotprojekt mit erkennbarem Nutzen, daraus mehr Budget, daraus mehr Projekte, daraus mehr Wirkung, daraus wieder mehr Budget. Wer diese Schleife einmal in Gang setzt, verändert die Wahrnehmung von BGM im Unternehmen dauerhaft.

Cost Center oder Profit Center und acht Schritte zum positiven ROI

In einer Live-Umfrage des Webinars sehen 60 Prozent ihr BGM bereits als Profit Center, 40 Prozent noch als Cost Center. Beide Sichtweisen haben ihre Berechtigung: Im Cost-Center-Denken geht es um Kostenkontrolle, Erfüllung gesetzlicher Anforderungen und Reduktion von Krankheitstagen. Im Profit-Center-Denken ist BGM eine Investition mit messbarem Beitrag zum Geschäftserfolg, vergleichbar mit Marketing. Ergänzend liefert das multiperspektivische Legitimationskonzept vier parallele Begründungslinien für BGM: wirtschaftlich (ROI), psychologisch (Resilienz, soziales Klima), gesetzlich (Arbeitsschutzgesetz, SGB, Präventionsgesetz) und ethisch-sozial (ESG, Unternehmensverantwortung). Wer diese vier Säulen sicher beherrscht, kann jede BGM-Diskussion auf der Ebene führen, auf der das Gegenüber ansprechbar ist. Konkret umsetzbar wird das Ganze durch acht Schritte: Business-Ziel klären (z. B. rückenbedingte Fehltage um 20 Prozent senken), Zielgruppe priorisieren (dort, wo Wertschöpfung und Problemlast hoch sind), Maßnahme mit hohem Impact wählen, Pilotprojekt mit Vorher-Nachher-Design aufsetzen, Reichweite planen, Nachhaltigkeit über mehrere Jahre sichern, Kosten optimieren und schließlich den ROI berechnen, Schätzwerte an die Realität anpassen und das Vorgehen ausrollen. Wer zehn Projekte konsequent nach diesem Muster steuert, kommt schrittweise zu einem belastbaren Gesamt-ROI seines BGM.

 

Handlungsempfehlungen

  • Hören Sie auf, ROI im BGM zu schätzen, und beginnen Sie, ihn systematisch zu rechnen. Bauen Sie ein einfaches Kennzahlensystem aus Krankenstand, Fehltagen nach Diagnoseclustern, Fluktuation, BEM-Fällen und Programmkosten auf. Diese Datenbasis ist die Voraussetzung, um Ihrem CFO mehr zu liefern als Bauchgefühl, und sie schafft den Hebel, mit dem Sie aus Pilotprojekten echte Business Cases machen.
  • Überprüfen Sie Ihr Portfolio kritisch entlang der sieben ROI-Hebel. Decken Sie die teuren Problemfelder ab, vor allem mentale Gesundheit, Rücken und Sucht? Nutzen Sie Skaleneffekte und Bezuschussung über §20 konsequent? Sind Ihre Programme langfristig angelegt und nicht in Einzelmaßnahmen zerfasert? Wo Sie eine dieser Stellschrauben nicht bedienen, liegt Ihr größtes ROI-Wachstum.
  • Denken Sie konsequent in Zielgruppen statt in Standardangeboten. Frauen und Männer, Generationen, Produktion, Logistik, Außendienst und Office brauchen unterschiedliche Inhalte, Kommunikationskanäle und Zugänge. Eine Plattform, die individuelle Wahlfreiheit bei zentralem Budget kombiniert, ist der einzige skalierbare Weg, dieser Vielfalt mit messbarer Wirkung gerecht zu werden.
  • Aktivieren Sie Ihre Geschäftsleitung sichtbar als Botschafterin Ihres BGM. Eine Vorstandsvorlage zum Health-Programm im Townhall, eine Beteiligung an einer Aktion oder ein Quartals-Review zur ROI-Entwicklung wirkt nachweisbar stärker auf Beteiligung und Wahrnehmung als jede zusätzliche Kampagne aus der HR-Abteilung.
  • Positionieren Sie Ihr BGM aktiv als Profit Center und nutzen Sie das multiperspektivische Legitimationskonzept als Argumentationsrahmen. Argumentieren Sie wirtschaftlich vor dem CFO, psychologisch vor der Personalleitung, gesetzlich vor Compliance und ethisch vor dem Vorstand. Wer alle vier Sprachen beherrscht, gewinnt langfristig Budget, Vertrauen und Gestaltungsraum.

Timecodes im Video

00:00 – Begrüßung und Einstieg in das Thema Return on Health

03:00 – Was Return on Prevention konkret bedeutet

05:30 – Die zwei Lager: Anbieterversprechen und CFO-Skepsis

07:00 – Live-Umfrage: Wie hoch schätzen Sie Ihren ROI ein?

10:00 – Hürden in der ROI-Berechnung im Alltag

12:30 – Berechnungsformel auf Projektebene nach Uhle und Treier

15:30 – Retrospektiver und prospektiver ROI im Vergleich

17:50 – IGA-Reports 28 und 40 mit Werten von 270 und 327 Prozent

20:00 – Reviews von Tan, Unsal und Baxter

23:00 – Zusammenhang von Studienqualität und ROI-Höhe

28:30 – Sieben Hebel für einen positiven ROI im BGM

33:30 – Wünsche versus Bedarf in der Angebotsplanung

37:30 – Wie Sie CFO und Geschäftsführung überzeugen

39:30 – BGM als Cost Center oder Profit Center

44:30 – Multiperspektivisches Legitimationskonzept nach Treier

47:30 – Acht Schritte zum positiven ROI in der Praxis

50:00 – Abschluss, Community-Hinweis und Fragen

Das Netzwerk für HR-Verantwortliche, die Gesundheit strategisch denken.

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