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Datenbasierte Insights: Welche Gesundheitsangebote Mitarbeitende wirklich wollen

Wie Sie als HR- und BGM-Verantwortliche aus Plattformdaten und einer repräsentativen Befragung die Hebel ableiten, mit denen Sie Beteiligung, Bindung und Wirkung Ihres Gesundheitsangebots gezielt steigern.

Dr. Christian Becker

Product Lead von machtfit

Daniel Tungul

Mitgründer & CSO von machtfit

Wer im BGM die richtigen Gesundheitsangebote für Mitarbeitende auswählen will, kommt an Daten nicht vorbei. Daniel Tunggul (Gründer machtfit) und Dr. Christian Becker (Leitung Produktmanagement) zeigen im Webinar zwei Datenquellen, die tiefer reichen als jedes Bauchgefühl: einerseits die tatsächlichen Nutzungsdaten von rund 400.000 Mitarbeitenden auf der machtfit-Plattform mit einer durchschnittlichen Registrierungsquote von 58 Prozent, andererseits eine quantitative Befragung von 1.430 Beschäftigten in deutschen Unternehmen ab 350 Mitarbeitenden. Sie erfahren, welche Angebotskategorien tatsächlich gebucht werden, warum „keine Zeit“ nicht der wahre Hinderungsgrund ist und wie Sie mit drei klaren Mitarbeitendentypen – inaktiv, Mainstream, hochaktiv – Ihr BGM-Portfolio messbar wirksamer ausrichten.

Was Sie aus diesem Webinar mitnehmen

  • Warum Daten die Basis jeder BGM-Entscheidung sind → Sie verstehen, warum Verhaltensdaten, Selbstauskünfte und Motivlage zusammen die belastbare Grundlage für jede Angebotsentscheidung bilden und warum 55 Minuten Problemanalyse oft mehr wert sind als 5 Minuten Lösungsdiskussion.
  • Was Mitarbeitende auf der machtfit-Plattform tatsächlich nutzen → Sie kennen die Top-Kategorien bei Vor-Ort-Angeboten und Equipment, die zentralen Unterschiede zwischen Frauen und Männern und die wichtigsten Gesundheitsziele, allen voran Gewichtsreduktion.
  • Was Mitarbeitende wirklich antreibt oder ausbremst → Sie verstehen aus der quantitativen Befragung, dass intrinsische Motivation und Neugier Aktivität fördern, während Mangel an Energie und Disziplin der einzige statistisch signifikante Bremsfaktor ist, nicht Zeit oder Geld.
  • Drei Mitarbeitendentypen als Steuerungsrahmen → Sie können Ihre Belegschaft realistisch in inaktive (rund 20 %), Mainstream (rund 56 %) und hochaktive (rund 25 %) Beschäftigte einordnen und daraus passende Angebote und Kommunikationswege ableiten.
  • Wirkungsnachweis und Handlungsfelder fürs eigene BGM → Sie sehen, wie deutlich Plattformnutzer:innen ihren Arbeitgeber als wertschätzend, bindend und attraktiv erleben und wo zwischen heutigem Standardangebot und tatsächlichem Bedarf Ihrer Mitarbeitenden die größten Lücken liegen.

Warum Daten die Grundlage jeder BGM-Entscheidung sind

Gute BGM-Entscheidungen brauchen mehr als Bauchgefühl und Anekdoten. Christian Becker ordnet Nutzerforschung in drei Ebenen: Verhaltensdaten zeigen, was wirklich getan wird (Klicks, Buchungen, Aktivierung), Befragungsdaten liefern Selbstauskünfte über Verhalten und Wahrnehmung, und die Ebene der Einstellungen und Motive macht erklärbar, warum Mitarbeitende handeln oder eben nicht. Erst die Kombination aller drei Quellen erlaubt fundierte Hypothesen, die im Alltag tatsächlich tragen. Daniel Tunggul bringt es mit Albert Einstein auf den Punkt: Wer eine Stunde Zeit hat ein Problem zu lösen, sollte 55 Minuten in das Verständnis des Problems investieren und nur 5 Minuten in die Lösung. Genau dieser Reflex fehlt in vielen BGM-Diskussionen, in denen schnell Maßnahmen beschlossen werden, ohne die eigentlichen Treiber von Beteiligung verstanden zu haben.

Was Mitarbeitende auf der Plattform tatsächlich nutzen

machtfit betreut über 400.000 Mitarbeitende in sehr unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen. Im Jahr 2023 lag die durchschnittliche Registrierungsquote bei 58 Prozent, mit einer ausgeglichenen Verteilung zwischen Frauen und Männern. Bei den Vor-Ort-Angeboten dominieren Massagen mit deutlichem Abstand, gefolgt von Wellness und Schwimmen sowie Fitness- und Krafttraining. Bei den Equipment-Angeboten für zu Hause stehen Lebensmittel und Kochboxen ganz oben, danach folgen Schlafprodukte, Regenerationshilfen und Fertiggerichte. Spannend sind dabei die Unterschiede zwischen Frauen und Männern: Männer nutzen sowohl Wellness-Angebote als auch Lebensmittel- und Kochboxen häufiger als Frauen, und auch beim Thema Schlafprodukte liegen sie vorne. Bei den Gesundheitszielen liegt Gewichtsreduktion klar auf Platz 1, gefolgt von Wellness und Entspannung sowie Kraft- und Muskelaufbau, Ausdauer und gesunder Ernährung. Auffällig: Genannte Ziele und tatsächliches Buchungsverhalten fallen oft auseinander, was die Notwendigkeit gezielter Steuerung durch die Plattform unterstreicht. Beim Stimmungsbild zeigt sich ein deutlicher Gender-Gap: Frauen geben überdurchschnittlich häufig „müde, erschöpft“ oder „gestresst“ an, was mentale Gesundheit als BGM-Topthema unterstreicht.

Was Mitarbeitende wirklich antreibt oder ausbremst

Um die Plattformdaten besser zu verstehen, hat machtfit eine quantitative Online-Befragung mit 1.430 bereinigten Antworten durchgeführt: 868 machtfit-Nutzer:innen sowie 562 Beschäftigte aus einem externen Panel, alle aus Unternehmen mit mehr als 350 Mitarbeitenden. Auf die Frage, was sie an mehr Sport und Bewegung hindert, nennen die Befragten klassisch „zu wenig Zeit“, „zu wenig Energie“ und „zu wenig Disziplin“. Spannend wird es bei der statistischen Tiefenanalyse: Über die gesamte Stichprobe ist der einzige signifikante Bremsfaktor für tatsächliche Aktivität der Mangel an Energie und Disziplin. Klassische Argumente wie Zeit, Geld oder Geschlecht haben in der Faktorenanalyse keinen messbaren Effekt auf die Aktivität. Auf der Treiberseite wirken vor allem zwei Faktoren stark positiv: intrinsische Motivation und allgemeine Neugier. Daraus ergeben sich zwei klare BGM-Aufgaben: Erstens vorhandene Neugier und intrinsische Motivation gezielt nutzen und unterstützen. Zweitens Rahmenbedingungen schaffen, die den inneren Schweinehund kleiner machen, etwa durch niedrigschwellige Einstiegsangebote, Routinen und passende Anstöße zur richtigen Zeit.

Drei Mitarbeitendentypen als Steuerungsrahmen

Aus der Befragung lassen sich drei klar abgrenzbare Mitarbeitendentypen ableiten. Die Inaktiven zeigen geringe Intensität und kurze Historie sportlicher Aktivität, kämpfen besonders stark mit Disziplin und Energie, planen aber durchaus, mehr zu tun. Sie brauchen kleine, machbare Einstiegsschritte statt ambitionierter Großziele. Die Mainstream-Gruppe ist die größte und gleichzeitig die strategisch wichtigste, weil hier kontinuierliche Aktivierung und Routinebildung den größten Hebel liefern. Die Hochaktiven verfügen über lange Historie, hohe Intensität, breite Aktivitätsvielfalt und ausgeprägte Neugier; sie sind weniger erklärungsbedürftig, aber wertvolle Multiplikator:innen. In der Gesamtbevölkerung (Panel) verteilen sich die Gruppen auf rund 20 Prozent Inaktive, 56 Prozent Mainstream und 25 Prozent Hochaktive. Bei den machtfit-Nutzer:innen liegt der Anteil der Inaktiven deutlich niedriger, was zeigt: Die Plattform erreicht nachweislich auch Mitarbeitende, die sonst kaum aktiv werden, ein wichtiger Indikator für Reichweite und BGM-Wirkung.

Wirkungsnachweis und Lücken im heutigen BGM-Angebot

Die Befragung liefert auch klare Hinweise auf die Wirkung von Gesundheitsangeboten auf Bindung, Wertschätzung und Arbeitgeberattraktivität. machtfit-Nutzer:innen bewerten ihr Angebot deutlich höher als Beschäftigte aus dem externen Panel ihre jeweiligen Arbeitgeber-Angebote: als attraktiver Benefit, als Zeichen der Wertschätzung, als bindungswirksam und als Empfehlungsanlass. Gleichzeitig zeigt die Befragung, was Mitarbeitende in deutschen Unternehmen heute typischerweise erhalten: Beratung, Überstundenausgleich, Betriebssport, Schulungen, gesunde Kantinenalternativen, dann wird es schnell dünn. Die tatsächlich nachgefragten Aktivitäten reichen von Fitness und Krafttraining über Radfahren, Wandern, Laufen und Schwimmen bis zu Yoga, Pilates und Gymnastik, und sie werden in unterschiedlichsten Konstellationen ausgeübt: eigenständig, mit kommerziellen Anbietern oder im Verein. Diese Diversität deckt kaum ein Standardangebot ab. Genau hier liegt der zentrale Hebel: ein digitales Gesundheitsbudget, das individuell einlösbar ist, schließt die Lücke zwischen begrenzten Inhouse-Ressourcen und der realen Bandbreite an Bedürfnissen einer modernen Belegschaft.

Handlungsempfehlungen

  • Beginnen Sie jede BGM-Entscheidung mit einer ehrlichen Datenbasis. Schauen Sie sich Buchungs- und Nutzungsdaten Ihrer aktuellen Maßnahmen an, ergänzen Sie diese durch eine kurze, gezielte Mitarbeitendenbefragung zu Verhalten, Hindernissen und Wünschen, und investieren Sie bewusst Zeit in die Problemanalyse, bevor Sie über neue Angebote oder Anbieter entscheiden. So vermeiden Sie kostenintensive Schnellschüsse und gewinnen die Argumente, die in Vorstand und Betriebsrat Wirkung entfalten.
  • Stellen Sie nicht „mehr Zeit schenken“, sondern intrinsische Motivation und Neugier in den Mittelpunkt Ihrer Aktivierung. Bauen Sie auf Formate, die Lust auf Ausprobieren machen, sichtbare Erfolge ermöglichen und positive Erlebnisse schaffen. Das wirkt nachweisbar stärker auf Aktivität als jeder weitere Appell an Disziplin oder Pflichtbewusstsein.
  • Schaffen Sie gezielt Rahmenbedingungen, die den inneren Schweinehund kleiner machen. Niedrigschwellige Einstiege, kurze Formate, Erinnerungen, Routinen und Buddy-Mechaniken adressieren genau den einzigen statistisch belegten Bremsfaktor – Mangel an Energie und Disziplin. Konzentrieren Sie hier Ihre Investitionen, statt sich an Symptomdiskussionen zu Zeit- oder Geldknappheit aufzuhalten.
  • Differenzieren Sie Ihr Angebot nach den drei Mitarbeitendentypen. Inaktiven Beschäftigten geben Sie kleine, sehr konkrete erste Schritte und niedrigschwellige Aktivitäten. Die Mainstream-Gruppe binden Sie über Routinen, Challenges und kontinuierliche Ansprache. Hochaktive nutzen Sie als Multiplikator:innen, die Ihre Initiativen sichtbarer machen, und erweitern Sie um Vielfalt statt um Volumen.
  • Schließen Sie die Lücke zwischen Standard-Benefits und realer Aktivitätsvielfalt durch ein individuell einlösbares Gesundheitsbudget. Die Befragung zeigt: Mitarbeitende treiben Sport und Bewegung in dutzenden Sportarten und Konstellationen, vom Verein bis zur App. Eine zentrale Plattform mit breitem Angebot und individueller Wahlfreiheit ist der einzige skalierbare Weg, dieser Diversität gerecht zu werden und gleichzeitig Wertschätzung, Bindung und Arbeitgeberattraktivität messbar zu erhöhen.

Timecodes im Video

00:00 – Begrüßung und Einstieg in das Thema Daten im BGM

03:00 – Vorstellung machtfit: Plattform, Reichweite und Wirkung

06:00 – Warum Daten und Problemverständnis vor Lösungen kommen

08:00 – Drei Ebenen der Nutzerforschung: Verhalten, Befragung, Motive

10:30 – Top-Kategorien Vor-Ort-Angebote 2023 mit Massagen an der Spitze

13:30 – Top-Equipment-Angebote: Lebensmittel, Schlaf, Regeneration

15:30 – Gesundheitsziele der Nutzer:innen mit Schwerpunkt Gewichtsreduktion

19:00 – Stimmungsbild und mentale Gesundheit im Gender-Vergleich

21:30 – Frauen-Männer-Gap bei Buchungen und gezielte Aktivierung

25:00 – Aufbau der quantitativen Befragung mit 1.430 Teilnehmenden

29:00 – Was Mitarbeitende als Hindernisse wahrnehmen

30:30 – Statistische Analyse: Was Aktivität wirklich treibt und bremst

33:00 – Zwei BGM-Kernaufgaben: Motivation nutzen und Hürden senken

35:30 – Drei Mitarbeitendentypen: inaktiv, Mainstream, hochaktiv

38:30 – Vergleich machtfit-Nutzer:innen versus externes Panel

41:00 – Welche Sportarten Mitarbeitende tatsächlich ausüben

44:30 – Was Mitarbeitende sich zusätzlich wünschen

46:30 – Lücke zwischen heutigem Angebot und realer Diversität

48:00 – Wirkungsnachweis: Wertschätzung, Bindung und Empfehlung

50:00 – Zusammenfassung und Ausblick

Das Netzwerk für HR-Verantwortliche, die Gesundheit strategisch denken.

hr health gibt Personalabteilungen Austausch mit Peers, praxisnahe Impulse und belastbare Daten an die Hand – für mehr Leistungsfähigkeit, Zufriedenheit und Bindung bei Mitarbeitenden.