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Grafik mit Fotos und Namen der Webinar-Speaker zum Thema "Geschlechterspezifisches BGM"

Gender Health im Unternehmen: Wirksame Konzepte für Männer und Frauen

Wie Sie mit zielgruppenspezifischem BGM endlich beide Geschlechter erreichen, Aktivierungsquoten verdoppeln und gesundheitsbedingte Ausfälle messbar senken.

Foto von Nicole Dohrwardt, Sprecherin im Webinar zum Thema "Geschlechterspezifisches BGM"

Nicole Dohrwardt

Gründerin von Female Health Management

Foto von Niklas Gonske, Sprecher im Webinar zum Thema "Geschlechterspezifisches BGM"

Niklas Gonske

Senior Sales Manager bei machtfit

Foto von SImon Brzoska, Sprecher im Webinar zum Thema "Geschlechterspezifisches BGM"

Simon Brzoska

Content Lead bei machtfit

Gender Health im Unternehmen ist 2025 keine Komfortzone mehr, sondern ein harter Wirtschaftsfaktor: Frauen haben statistisch mehr Krankheitstage, doppelt so häufig psychische Erkrankungen und 75 % berichten in den Wechseljahren über Konzentrationsprobleme am Arbeitsplatz. Männer fallen laut TK-Gesundheitsreport rund 14 Tage pro Jahr aus, gehen seltener zur Vorsorge und sind in vielen BGM-Programmen unterrepräsentiert. In klassischen, geschlechtsneutralen Konzepten erreichen Sie häufig weniger als 20 % Ihrer männlichen Belegschaft – und übersehen gleichzeitig die spezifischen Bedarfe Ihrer Mitarbeiterinnen. Dieses Webinar zeigt Ihnen, mit welchen Hebeln Sie beide Zielgruppen wirksam aktivieren – inklusive konkreter Daten aus über 300 machtfit-Kundenunternehmen und Best Practices von BVG und Hamburger Hochbahn mit über 80 % Männeranteil.

Was Sie aus diesem Webinar mitnehmen

  • Warum Gender Health auf die HR-Agenda gehört → Geschlechtsneutrales BGM erreicht weder Männer noch Frauen optimal. Sie verstehen, warum Zielgruppensegmentierung der entscheidende Hebel für Aktivierung und ROI ist.
  • Frauengesundheit am Arbeitsplatz → Lebensphasen, biologische Besonderheiten und psychische Belastung erfordern eigene Maßnahmen. Sie kennen die wichtigsten Themenfelder von Hormonbalance bis Brustkrebsprävention.
  • Wechseljahre als unterschätzter Produktivitätsfaktor → 30 % der betroffenen Frauen lassen sich krankschreiben, 20 % erwägen vorzeitige Rente. Sie wissen, mit welchen Maßnahmen Sie diese Lebensphase im Unternehmen wirksam begleiten.
  • Warum Männer in BGM-Programmen oft fehlen → Schamgefühle, Stereotype und falsche Kommunikation halten Männer fern. Sie erkennen die typischen Hürden und wissen, wie Sie sie abbauen.
  • Was bei Männern wirklich funktioniert → Daten aus 13 Jahren machtfit zeigen: Challenges, konkrete Produkte und Equipment ziehen, abstrakte Aufklärung nicht. Sie kennen die Top-Kategorien männlicher Buchungen.
  • Kommunikation als Conversion-Hebel → Schon Bildauswahl und Tonalität verändern die Buchungsquote von Männern um den Faktor 5. Sie wissen, worauf es bei zielgruppengerechter Ansprache ankommt.
  • Best Practices aus männerdominierten Branchen → BVG und Hamburger Hochbahn erreichen mit 83 % Männerquote überdurchschnittliche Aktivierung. Sie sehen die Erfolgsmuster, die Sie in Ihre eigene Strategie übernehmen können.

Warum Gender Health im Unternehmen jetzt auf die HR-Agenda gehört

Mit zielgruppenspezifischem BGM erreichen Sie systematisch mehr Mitarbeitende – das ist die Grundthese dieses Webinars. Klassisches Unisex-BGM behandelt eine 25-jährige Berufseinsteigerin, einen 55-jährigen Schichtarbeiter und eine Führungskraft Mitte 40 mit denselben Maßnahmen. Das Ergebnis: Niemand fühlt sich wirklich angesprochen, Aktivierungsquoten bleiben niedrig, Budgets verpuffen.

Der Schlüssel liegt in zwei Schritten: Erstens müssen Sie Ihre Zielgruppen im Unternehmen verstehen – nach Geschlecht, Lebensphase, Berufsgruppe. Zweitens brauchen Sie Arbeitsgruppen aus HR und BGM, die Personas entwickeln, mit dem Marketing zusammenarbeiten und in engem Austausch mit der Belegschaft passende Angebote ausspielen. Geschlecht ist dabei nur eine Dimension – aber eine, die sich besonders gut messen lässt und in den meisten Unternehmen eklatante Schieflagen offenlegt.

Frauengesundheit am Arbeitsplatz: Lebensphasen, Risiken, Handlungsfelder

Frauen haben eine andere Biologie, andere Lebensphasen und andere psychische Belastungsmuster als Männer. Sie verbringen mehr Lebensjahre in schlechter Gesundheit, sind dreimal häufiger von rheumatoider Arthritis betroffen und sterben häufiger an Herzinfarkten als Männer – auch weil Symptome anders verlaufen und in der Diagnostik systematisch unterschätzt werden. Die Zahl psychischer Erkrankungen ist bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern, häufig getrieben durch Mehrfachbelastung in Familie und Beruf.

Ein Praxisbeispiel aus einem Wirbelsäulenscreening bei Hannover macht das greifbar: Eine Mitarbeiterin Mitte 50 berichtet von massivem Gewichtsanstieg, Gelenkbeschwerden und Bewegungsverlust seit Beginn der Wechseljahre. Die klassische Rückenberatung greift hier nicht – stattdessen braucht es Hormonaufklärung, Ernährungsberatung zur Entzündungshemmung und ein ganzheitliches Konzept. Genau hier setzt Frauengesundheit im BGM an: Hormonbalance, Zyklusgesundheit, Schwangerschaft, Endometriose, Wechseljahre, Osteoporose- und Brustkrebsprävention.

Wechseljahre: Der unterschätzte Produktivitätsfaktor

Die Erwerbstätigenquote von Frauen in den mittleren Jahren liegt bei rund 90 %. Gleichzeitig erlebt laut Robert Koch-Institut ein Drittel der Frauen mittlere und ein weiteres Drittel starke Wechseljahresbeschwerden. Die erste deutsche Studie der HWR Berlin (Menopause Support) zeigt die Konsequenzen am Arbeitsplatz: 75 % berichten von Konzentrationsproblemen, 74 % fühlen sich gestresst, 50 % sind gereizt, 38 % haben Probleme mit dem Selbstbewusstsein.

Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich: Knapp 30 % lassen sich krankschreiben oder nehmen unbezahlten Urlaub, 26 % würden ihre Arbeitszeit reduzieren, 16 % wären für einen Stellenwechsel offen, 20 % erwägen vorzeitigen Renteneintritt. In Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel kann sich das kein Unternehmen leisten. Wirksame Maßnahmen kombinieren Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, Führungskräfteschulungen zum Thema Wechseljahre, Workshops zu Stressmanagement, Hormonregulation und Gewichtsmanagement – ganzheitlich nach dem biopsychosozialen Modell und in Teilen über die Krankenkassen bezuschusst.

Männergesundheit: Warum BGM-Angebote oft nicht ankommen

Die Live-Umfrage im Webinar bestätigt das Bild: Die Mehrheit der Teilnehmenden erreicht weniger als 20 % ihrer männlichen Belegschaft mit BGM-Maßnahmen. Männer schätzen ihre Gesundheit häufig besser ein als sie ist, gehen erst zum Arzt, wenn es zu spät ist, und meiden Vorsorgethemen wie Prostata- oder Hodenkrebs aus Schamgefühl – besonders in Gruppen-Settings. Der TK-Gesundheitsreport zeigt durchschnittlich 14 Krankheitstage pro Jahr, Hauptursachen sind Atemwegserkrankungen, Muskel-Skelett-Probleme und an dritter Stelle psychische Erkrankungen, die bei Männern systematisch unterdiagnostiziert sind.

Vier Faktoren machen Männer als Zielgruppe besonders: mangelndes Vorsorgeverhalten, klassische Volkskrankheiten (Herz-Kreislauf, Stoffwechsel), tradierte Männerrollen mit „Hilfe suchen ist Schwäche“ und – als Chance – ausgeprägte Wettkampforientierung. Die Konsequenz für die Praxis: Klassische Aufklärungsformate scheitern, weil sie weder Bedürfnisse noch Sprache der Zielgruppe treffen.

Was bei Männern wirklich funktioniert: Daten aus 13 Jahren machtfit

Die Top-Kategorien männlicher Buchungen 2024 zeigen ein eindeutiges Muster: Platz 1 sind Challenges (z. B. Aktiv-Challenge, Zuckerfrei-Challenge), gefolgt von Trainingszubehör, Smartwatches, Schlafprodukten, Regenerationszubehör, Ernährungsberatung, Kochboxen und Ergonomie-Equipment. Auffällig: Es geht durchweg um konkrete, greifbare Produkte – nicht um abstrakte Information. Bei Mitgliedschaften (Fitnessstudio, Boulderhalle, Tennisverein) liegt der Männeranteil bei 60 %, bei Equipment-Buchungen durchgehend höher als bei Frauen.

Bei den Gesundheitszielen zeigen sich klare Unterschiede: Kraft- und Muskelaufbau steht bei Männern mit 50 % auf Platz 1 (Frauen: 32 %), während „Stress reduzieren“ und „Verspannungen lösen“ bei Männern niedriger priorisiert sind. Beim Wohlbefinden geben 45 % der Männer Erschöpfung an – bei Frauen sind es 59 %. Die Erkenntnis: Holen Sie Männer dort ab, wo sie ohnehin Interesse zeigen, statt sie zu Themen zu zwingen, die sie nicht annehmen.

Kommunikation als Schlüssel: Bilder, Sprache, konkrete Angebote

Ein Vergleich zweier Yoga-Angebote auf der machtfit-Plattform macht den Effekt sichtbar: „Skill Yoga“ mit Bild eines tätowierten Mannes – Männeranteil bei den Buchungen 50 %. „Online Yogastudio“ mit weiblichem Bild und Pastellfarben – Männeranteil unter 10 %. Bei einer Oster-Mailing-Kampagne hat die männerspezifische Variante (anderes Bild, herzhafteres Rezept) signifikant bessere Klick- und Buchungsraten erzielt als das Original.

Die Hebel sind erstaunlich einfach: passende Bildsprache, konkrete Sprache, Wettkampf- und Challenge-Mechaniken, Produkt- statt reine Informationsangebote, Verknüpfung von Aufklärung mit direkter Handlungsmöglichkeit (z. B. Vorsorgetermin direkt im Anschluss an einen Vor-Ort-Vortrag). BGM ist intern angewandtes Marketing – und die gleichen Regeln zur zielgruppengerechten Ansprache gelten.

Best Practices: Wie BVG und Hamburger Hochbahn 83 % Männerquote erreichen

Hamburger Hochbahn und BVG sind klassische Verkehrsbetriebe mit 83 % Männeranteil und einem hohen Anteil gewerblicher Mitarbeitender (Bus- und Zugfahrer, Technik, Handwerk). Trotz Schichtdienst, dezentraler Arbeitsorte und technischer Hürden gehören beide zu den erfolgreichsten machtfit-Kunden in puncto Aktivierung.

Das Erfolgsrezept: klare Personas, eine durchdachte BGM-Strategie, Einbindung aller Abteilungen und ein attraktives Gesundheitsbudget (bei der BVG 600 € pro Mitarbeitenden). Über die Plattform werden gezielt männerrelevante Angebote ausgespielt – von Karate über Fitness bis hin zu Equipment und Challenges. Das Ergebnis: hoher Buchungsanteil bei den Männern, hohe Mitarbeiterzufriedenheit, messbarer Return on Investment für die Geschäftsführung.

Handlungsempfehlungen

  • Beginnen Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: Wie hoch ist Ihre Aktivierungsquote bei Männern und Frauen im Verhältnis zur Gesamtbelegschaft? Wenn weniger als 30 % Ihrer Männer Ihre BGM-Angebote nutzen, ist das kein Akzeptanzproblem, sondern ein Strategieproblem. Erweitern Sie Ihre psychische Gefährdungsbeurteilung um eine geschlechtsspezifische Auswertung – das ist gesetzlich nicht verpflichtend, liefert aber die Datengrundlage für jede weitere Maßnahme.
  • Setzen Sie Wechseljahre und Frauengesundheit explizit auf die HR-Agenda. Schulen Sie Führungskräfte, bieten Sie spezifische Workshops zu Hormonbalance, Stressresilienz und Schlafhygiene an und integrieren Sie Brustkrebs-Screenings sowie Aufklärung zu Osteoporose. Diese Maßnahmen sind häufig durch Krankenkassen bezuschusst und zahlen direkt auf Reduktion von Krankheitstagen und Frühverrentung ein.
  • Holen Sie Männer mit konkreten, greifbaren Angeboten ab statt mit Informationsbroschüren. Etablieren Sie Challenges als zentrales Aktivierungsformat (Schritte, Zuckerfrei, Schlafqualität), bieten Sie Equipment und Produkte als Einstieg an und nutzen Sie zielgruppengerechte Bildsprache in jeder Kommunikation. Verknüpfen Sie sensible Vorsorgethemen wie Hodenkrebs oder Prostata immer mit einer direkten Handlungsoption – etwa einem Vor-Ort-Termin im Anschluss an die Aufklärung.
  • Bauen Sie Personas und ein systematisches Reporting auf. Trennen Sie Aktivierungsdaten nach Geschlecht, Standort und Berufsgruppe und leiten Sie daraus quartalsweise Ihre nächsten Maßnahmen ab. Datenbasiertes BGM ist die Grundlage, mit der Sie Ihre Geschäftsführung von jeder weiteren Investition überzeugen.

Timecodes im Video

00:00 – Begrüßung und Einführung in zielgruppenspezifisches BGM

03:05 – Vorstellung der Speakerinnen und Speaker

05:25 – Frauengesundheit: Warum BGM ein Geschlecht hat

08:51 – Frauengesundheit und Arbeit: Krankheitstage und psychische Belastung

10:04 – Praxisbeispiel Wirbelsäulenscreening und Wechseljahre

13:11 – Themenfelder der Frauengesundheit im Unternehmen

14:55 – Wechseljahre: Daten, Symptome, wirtschaftliche Folgen

20:18 – Maßnahmen zur Stärkung von Frauen im Unternehmen

25:05 – Q&A Frauengesundheit

32:31 – Männergesundheit: Live-Umfrage zur Aktivierungsquote

37:11 – Warum Männergesundheit ein wirtschaftlicher Faktor ist

42:47 – Top-Kategorien männlicher Buchungen aus 13 Jahren machtfit

47:05 – Gesundheitsziele Männer vs. Frauen

51:57 – Kommunikation: Bildsprache und Mailing-Beispiele

54:42 – Best Practices BVG und Hamburger Hochbahn

56:33 – Wie machtfit Männer und Frauen passgenau erreicht

Das Netzwerk für HR-Verantwortliche, die Gesundheit strategisch denken.

hr health gibt Personalabteilungen Austausch mit Peers, praxisnahe Impulse und belastbare Daten an die Hand – für mehr Leistungsfähigkeit, Zufriedenheit und Bindung bei Mitarbeitenden.