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Interview mit dem BGM-Papst Prof. Dr. Volker Nürnberg: »Mitarbeitergesundheit ist jetzt wichtiger denn je.«

Interview mit dem BGM-Papst Prof. Dr. Volker Nürnberg: »Mitarbeitergesundheit ist jetzt wichtiger denn je.«

Interviews

Prof. Dr. Volker Nürnberg

Prof. Dr. Volker Nürnberg ist seit 2011 BWL-Professor für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) an mehreren Hochschulen. Zudem ist er Partner und leitet den Fachbereich Gesundheitswirtschaft der BDO AG. machtfit hat mit ihm über die Auswirkungen der Corona Krise auf die Betriebliche Gesundheitsförderung gesprochen.

 

Herr Prof. Dr. Nürnberg, zunächst vielen Dank, dass Sie sich in dieser Ausnahmesituation Zeit für uns nehmen. Arbeitnehmer sind weitestgehend im Home Office beschäftigt, manche trifft Kurzarbeit: Ist die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ausgestorben?

Nein, die Betriebliche Gesundheitsförderung ist nicht ausgestorben. Vielmehr haben sich die Themen verlagert, da die Belastungen andere sind. Die Förderungsmaßnahmen sind nicht ausgestorben, aber deutlich reduziert, da aus der Quarantäne und Isolation vieles nicht möglich ist. Daher finden derzeit vor allem digitale Maßnahmen statt.  Eine sehr schwierige Situation, die ich selbst in knapp 30 Jahren BGM noch nie erlebt habe.

Vor welchen Herausforderungen steht die Betriebliche Gesundheitsförderung in Zeiten einer Pandemie wie Corona?

Die größte Herausforderung für viele ist die Isolation zuhause, da die Firma normalerweise einen wesentlichen sozialen Kontakt bildet. Aber auch Themen wie die Kinderbetreuung gestalten sich schwierig, denn Home Office und Kinderbetreuung müssen vereinbar sein. Ich hoffe, dass wir aus der Corona Krise mit dem Bewusstsein herausgehen, dass die Gesundheit der Mitarbeiter das höchste Gut einer Firma ist. Im Nachhinein sollte BGF einen viel höheren Stellenwert haben, insbesondere die präventive BGF.

Birgt es Unsicherheiten jetzt finanziell zu investieren und gibt es Möglichkeiten einer staatlichen Förderung?

Es gibt eine Vielzahl an Förderungsmöglichkeiten. Die simpelste und naheliegendste Förderung ist die der Krankenkassen. Aber auch Sozialversicherungsträger, wie die Unfall- und Rentenkasse, fördern Gesundheitsmaßnahmen im Unternehmen. Zudem gibt es gerade für kleine und mittelständische Unternehmen EU-Fördermittel sowie Zuschüsse oder auch Know-How Unterstützung.

»Es ist gerade jetzt wichtig in die Betriebliche Gesundheitsförderung zu investieren, denn die Gesundheit der Mitarbeiter ist wichtiger denn je! Wir müssen präventiv tätig sein. Das ist die Lehre, die wir aus dieser Zeit ziehen müssen.«

Das Thema Mitarbeitergesundheit rückt angesichts Corona stärker in den Fokus der Arbeitgeber. Worauf sollten Unternehmen jetzt achten, wenn sie in die Betriebliche Gesundheitsförderung investieren?

Die größte Gefahr liegt darin, dass nicht-digitale Dienstleister aktuell kaum eine Chance am Markt haben. Die Krise hat uns gezeigt, dass digitale Elemente entscheidend sind, das ist zeitgemäß. Qualitätskriterien sind ebenfalls wichtig, z.B. eine §20 Zertifizierung sowie eine transparente und regelmäßige Abfrage der Kundenzufriedenheit. An guten Referenzen erkennen sie einen guten Dienstleister. Der wichtigste Grundsatz bei alledem: die angebotenen Gesundheitsmaßnahmen müssen evidenzbasiert sein. Der gesundheitliche Nutzen des Angebots muss also gewährleistet sein.

Welche besonderen gesundheitlichen Belastungen zieht die aktuelle Situation mit sich?

Aus dem Kontakt mit psychosozialen Dienstleistern weiß ich, dass die Nachfrage nach psychosozialer Unterstützung steigt. Es fängt mit Kleinigkeiten wie technischen Problemen an, die auf die Psyche schlagen. Dramatisch sind die fehlenden sozialen Kontakte, die Umstellung nicht mehr aus dem Haus zu gehen und die „erdrückenden vier Wände“. Das Hauptproblem ist aber die Angst um den Arbeitsplatz. Viele Unternehmen sind massiv finanziell angeschlagen und die Mitarbeiter wissen nicht, ob sie in ihren Job zurückkehren können.

»Es ist die größte gesundheitliche Krise seit dem 2. Weltkrieg, die aber auch die Chance birgt, sich moderner, neu und effizienter aufzustellen!«

Wie können Arbeitgeber Mitarbeiter motivieren und wertschätzen, trotz der Distanz?

Da wir nicht wissen wie lange die Krise noch anhält, muss BGF dazu beitragen, die Motivation aufrechtzuerhalten und Mitarbeiter zu binden. Dann ist sowohl dem Mitarbeiter als auch dem Unternehmen gedient. Die große Herausforderung liegt in der Distanz.

Es ist jetzt besonders wichtig, den Kontakt zu den Mitarbeitern zu suchen. Hinzukommt als Arbeitgeber Rücksicht auf die individuelle Situation zu nehmen und flexibel zu reagieren. Mitarbeiter mit Kindern sollten die Möglichkeit haben, die Arbeit in die Abendstunden verlegen zu können. Mitarbeiter im Home Office arbeiten oftmals sogar mehr als Mitarbeiter im Büro. Die große Chance dieser Krise ist zu erkennen, dass New Work gut funktioniert. Unternehmen sollten diese Erkenntnis nutzen, um sich kulturell neu aufzustellen!

Welche Risiken birgt Corona besonders für ältere Mitarbeiter und wie kann man als Unternehmen auf diese Zielgruppe eingehen?

Insbesondere Bewegungsmangel ist ein dramatisches Thema. BGF ist eine tolle Option, Angebote auch in das Home Office zu integrieren. Das Bewegungsfeld ist in der Primärprävention nach wie vor das interessanteste. Aber auch Ernährung und psychische Gesundheit sind verstärkt nachgefragt. In der psychischen Gesundheit geht es vor allem um Stressprävention und Arbeitsorganisation. Wie organisiere und diszipliniere ich meinen Arbeitsalltag, wenn ich zuhause arbeite? Zudem stellen sich viele die Frage wie sie sich Freiräume einbauen und selbstentscheidend arbeiten können.

»Personalverantwortliche sollten nach vorne schauen und den Faktor Mensch in den Mittelpunkt stellen! Dann bin ich sicher, dass ein prosperierendes Land wie unseres ohne signifikante Schäden aus der Krise geht.«

Kurzer Ausblick in die Zukunft: Wie sieht die Betriebliche Gesundheitsförderung nach Corona aus?

Ein Horrorszenario wäre, dass BGF nach der Krise aufgrund finanzieller Nöte und kurzgedachter Logik eine geringe Bedeutung hat. Die bestehenden Firmen fokussieren sich nach der Krise auf die Produktion und das Geschäft und lassen den Mitarbeiter daher außer Acht. Ich bin jedoch überzeugt, dass sich die Unternehmen zunehmend bewusst sind, dass die Gesundheit der Mitarbeiter ihr wichtigster Faktor ist. Die Krise zu nutzen, um sich neu und moderner aufzustellen ist wichtig. Das bedeutet New Work zu implementieren sowie bedürfnisorientierte und flexible Arbeitszeiten zu gestalten.

Vielen Dank für das Interview.

 

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