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iga.Report belegt: Betriebliche Gesundheitsförderung kann Fehlzeiten um ein Viertel senken

iga.Report belegt: Betriebliche Gesundheitsförderung kann Fehlzeiten um ein Viertel senken

BGM Studien
Wie wirkt sich Betriebliche Gesundheitsförderung wirklich auf Mitarbeiter und Unternehmenserfolg aus? Diesen Fragen geht der iga.Report 28 nach. Veröffentlicht wurde er durch die »Initiative für Gesundheit und Arbeit«, einer Kooperation aus verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen und Unfallversicherungen.

Für den Report wurden knapp 2.400 Studien zum Thema Wirksamkeit und Nutzen von Betrieblicher Gesundheitsförderung und Prävention ausgewertet.1 Die wichtigsten Ergebnisse haben wir für Sie zusammengefasst.

 

Die wichtigsten Erkenntnisse des iga.Report 28 im Überblick

1. Ökonomischer Nutzen von Betrieblicher Gesundheitsförderung

Die Auswertung der Studien zeigt deutlich, dass Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention positive Effekte auf die Gesundheit von Beschäftigten haben. In einem Großteil der Studien konnte eine Verbesserung der körperlichen bzw. psychischen Verfassung erreicht werden und arbeitsorganisatorische sowie arbeitsplatzbezogene Zielgrößen positiv beeinflusst werden.

Als Zielgröße dient dabei der »Return on Investment« (ROI), bezogen auf medizinische Kosten, Kosten infolge krankheitsbedingter Abwesenheit (Absentismus) der Beschäftigten sowie Produktivitätsverluste bei Anwesenheit trotz Krankheit, auch bekannt unter Präsentismus.

In einem Review wurden 285 Studien, hauptsächlich Original- und Primärstudien, zum Thema Präsentismus zusammengefasst. Es ist zu vermuten, dass dieser in der Regel ebenso häufig auftritt wie Absentismus. Ebenso ist davon auszugehen, dass der ökonomische Verlust durch eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit größer ist als der Produktivitätsverlust durch Abwesenheit. Es ist daher anzunehmen, dass ein Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Beschwerden und der Arbeitsproduktivität besteht.

Die herangezogenen Reviews weisen auf einen positiven Return on Investment von Betrieblicher Gesundheitsförderung hin. Die Einsparungen medizinischer Kosten für BGF lagen bei 1:3,27 €, Einsparungen durch Senkung krankheitsbedingter Fehlzeiten bei 1:2,73 €. Mit anderen Worten bedeuten die Ergebnisse, dass mit jedem investierten Euro in Betriebliche Gesundheitsförderung 3,27 € an medizinischen Kosten für Krankenkassen sowie 2,37 € an krankheitsbedingten Fehlzeiten für den Arbeitgeber gespart werden können.2

Insgesamt kann Betriebliche Gesundheitsförderung auch krankheitsbedingte Fehlzeiten in Unternehmen um ein Viertel reduzieren. Diese Zahl ist besonders relevant, denn die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland steigt seit vielen Jahren fast stetig an. Im Jahr 2017 lag die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit bereits bei 16,7 Tagen pro Mitarbeiter, wodurch sich ein volkswirtschaftlicher Produktionsausfall von 76 Milliarden € beziehungsweise ein Bruttowertschöpfungsausfall von 136 Milliarden € ergibt.3

 

2. Wirksamkeit von Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung ist äußert vielseitig und wird im Report in Bewegungs-, Ernährungs-, Suchtpräventions- sowie Mehrkomponenten-Programmen und partizipativen Maßnahmen unterschieden. Um die Wirksamkeit von Bewegungsangeboten zu ermitteln, wurden verschiedene aktivitätsfördernde Maßnahmen, wie körperliche Trainingsprogramme oder das Tragen von Schrittzählern, ausgewertet. Das Ergebnis: Ein Großteil der Programme zeigte eine bewegungsfördernde Wirkung, wobei neben der körperlichen Fitness auch die Stimmung und Lebensqualität der Beschäftigten stieg. Bei Ernährungsprogrammen führten alle untersuchten Maßnahmen, wie etwa Ernährungsschulungen, zu einem besseren Ernährungsverhalten der Mitarbeiter.

Interessant sind auch die Ergebnisse der partizipativen ergonomischen Maßnahmen, zu denen arbeitswissenschaftliche Trainings und Veränderungen auf organisatorischer Ebene wie zum Beispiel Arbeitsplatzanpassungen und Arbeitsablaufveränderungen gehören. Diese Programme helfen laut dem iga.Report erwiesenermaßen dabei, die Verletzungen und Fehltage durch Muskel-Skelett-Erkrankungen zu reduzieren.

 

3. Wirksamkeit von betrieblichen Präventionsangeboten für psychische Erkrankungen

Erhebliche wirtschaftliche Verluste entstehen für Unternehmen durch Produktivitätsverluste (Fehlzeiten oder Absentismus) aufgrund von Depressionen oder Angststörungen. Um die Wirkung Betrieblicher Gesundheitsförderung zur Vorbeugung psychischer Krankheiten zu ermitteln wurden insgesamt 400 Studien ausgewertet. Dabei wurden bei der Stressprävention drei Ebenen von Interventionen unterschieden: Individuelle Stressinterventionen, organisationale Interventionen und individuell-organisationale Interventionen.

Zu den individuellen Stressinterventionen zählen Maßnahmen wie Entspannungstechniken oder Zeitmanagement, durch die der einzelne Mitarbeiter ein größeres Stressbewusstsein entwickelt und Taktiken lernt, um besser mit Stress umzugehen. Bei der organisationalen Intervention werden äußere Bedingungen wie Arbeitsabläufe, Tätigkeiten und soziale oder technische Gegebenheiten verändert, um die Stressbelastungen der einzelnen Arbeitnehmer zu verringern.

Unter individuell-organisationalen Interventionen fallen dagegen alle Maßnahmen, bei denen sich Akteure beteiligen und zur Lösung von Rollenkonflikten beitragen. Aufgrund der Vielseitigkeit der Angebote sind die einzelnen Interventionsformen schwer miteinander vergleichbar. Eine Vielzahl von Studien zeigt jedoch die positiven Effekte der verschiedenen Maßnahmen auf die psychische Verfassung. Besonders vielversprechend sind das Einbeziehen von Mitarbeitern in Arbeitsabläufe und die Arbeitsorganisation sowie die Analyse von Stressoren im Arbeitsleben.

 

4. Wirksamkeit von Betrieblicher Gesundheitsförderung zur Vorbeugung von Muskel-Skelett-Erkrankungen

Insgesamt wurden im iga.Report 20 Übersichtsarbeiten zu Muskel-Skelett-Erkrankungen untersucht, wobei die Studienergebnisse zwar nicht generalisierbar sind jedoch bei der Aufgliederung in einzelne Präventionsmaßnahmen folgende Aussagen zulassen.

  • Verhaltenspräventive Ansätze
    Zu verhaltenspräventiven Ansätzen zählen Schulungen und Trainings wie ergonomische Schulungen oder Lehrgänge zum Umgang mit Stress. Dabei haben die Befunde gezeigt, dass Maßnahmen zur reinen Wissens- und Informationsvermittlung nicht effektiv sind. Gleiches gilt für klassische Rückenschulen, für die als Einzelmaßnahme kein präventiver Nutzen belegt ist.
  • Körperliche Bewegungs- und Kräftigungsprogramme
    Körperliche Bewegungs- und Kräftigungsprogramme (z. B. Stretching-Programme) zur Verbesserung der physischen Belastbarkeit und Steigerung der Beweglichkeit zeigten unter den Präventionsformen die höchsten Effekte: Sowohl durch Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachte Fehlzeiten als auch die Anzahl neuer Erkrankungen lassen sich durch diese Maßnahmen reduzieren. Besonders die Fehlzeiten sind an dieser Stelle relevant, denn Abwesenheiten aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen machten 2016 rund ein Viertel aller Fehltage aus.
  • Umgestaltung des Arbeitsplatzes
    Ein Review belegt die Wirksamkeit von neu gestalteten Arbeitsplätzen zur Vermeidung von Muskel- und Skeletterkrankungen. Auch das Tragen eines Lumbalgurtes, eine Lendenwirbelsäule-Orthese zur Überbrückung und Entlastung der LWS, kann hinsichtlich der Schmerzreduktion helfen.

 

5. Praxisempfehlungen für die Betriebliche Gesundheitsförderung

Der iga.Report hat gezeigt, dass Betriebliche Gesundheitsförderung den Mitarbeitern dabei hilft gesund zu bleiben, denn ein Großteil der Studien belegt die Verbesserung der körperlichen bzw. psychischen Verfassung. Besonders empfehlenswert sind körperliche Übungs- und Kräftigungsprogramme, mit denen Muskel-Skelett-Erkrankungen und Fehlzeiten am Arbeitsplatz stark reduziert werden können. Wichtig für den Erfolg dieser Maßnahmen ist dabei die stetige und regelmäßige Weiterführung des Programms über einen längeren Zeitraum. Auch umfassende und partizipativ angelegte Angebote, welche die Mitarbeiter von Beginn an beteiligen, sind sehr empfehlenswert. Dabei ist es wichtig auf einen engen Tätigkeitsbezug der Programminhalte zu achten, welcher sich an den Interessen der Arbeitnehmer orientiert. Dagegen sind reine Schulungen oder Trainings zur Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen nicht geeignet. Wenig belegt ist bisher die Wirksamkeit von verhältnispräventiven Maßnahmen wie technischen Hilfsmitteln, arbeitsorganisatorischen Veränderungen und ergonomischen Umgestaltungsmaßnahmen am Arbeitsplatz. Daher ist für diese Angebote und deren Wirksamkeit keine eindeutige Empfehlung aussprechbar.

 

Fazit

Beschäftigte und Unternehmen haben ein gemeinsames Interesse an Betrieblicher Gesundheitsförderung und Prävention: Die einen möchten gesund bleiben, die anderen möchten mit gesunden und leistungsfähigen Beschäftigten ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Die Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention hat daher zum Ziel, arbeitsbedingte gesundheitliche Belastungen zu vermeiden oder zu reduzieren.

Dafür eignen sich Kurse zur Burnout-Prävention und Resilienz-Stärkung sowie ausgleichende Bewegungs- und Entspannungsangebote, die sowohl online als auch am Arbeitsplatz oder in Studios durchgeführt werden können. Dabei müssen auch Maßnahmen für ältere Mitarbeiter angeboten werden, die einen zunehmenden Anteil der Beschäftigten ausmachen und möglichst lange und motiviert im Unternehmen verbleiben sollen.

Um alle Generationen mit Betrieblicher Gesundheitsförderung zu erreichen und den Mitarbeitern viele Möglichkeiten zur Resilienz-Stärkung zu bieten, lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem modernen Gesundheitsanbieter wie machtfit. Durch das starke deutschlandweite Netzwerk aus über 6.500 Gesundheitspartnern und einem vielseitigen Gesundheitsangebot für alle Altersgruppen ist für jeden Arbeitnehmer etwas Passendes dabei. Über die onlinebasierte Plattform und die dazugehörige App können dabei jederzeit verschiedene Kurse in Wohn- beziehungsweise Arbeitsplatznähe oder auch als Online-Variante genutzt werden. So können Mitarbeiter auf zeitgemäße Art und Weise bei der Erhaltung ihrer Gesundheit gefordert und gefördert werden.

 

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Quellen

  1. iga.Report28 »Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Prävention« (2015) URL: http://www.iga-info.de/fileadmin/redakteur/Veroeffentlichungen/iga_Reporte/Dokumente/iga-Report_28_Wirksamkeit_Nutzen_betrieblicher_Praevention.pdf?src=asp-cu&typ=pdf&cid=4141
  2. iga.Report28 »Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Prävention« (2015) URL: http://www.iga-info.de/fileadmin/redakteur/Veroeffentlichungen/iga_Reporte/Dokumente/iga-Report_28_Wirksamkeit_Nutzen_betrieblicher_Praevention.pdf?src=asp-cu&typ=pdf&cid=4141 (S.68)
  3. Knapp M, McDaid D, Parsonage M (Eds.): Mental health promo-tion and mental illness prevention: The economic case. London: Department of Health. (2011), zit. nach Knapp et al., 2011, S. 22 / http://www.iga-info.de/fileadmin/redakteur/Veroeffentlichungen/iga_Reporte/Dokumente/iga-Report_28_Wirksamkeit_Nutzen_betrieblicher_Praevention.pdf?src=asp-cu&typ=pdf&cid=4141
  4. Dachverband der Betriebskrankenkassen (2018) »Krankenstand in Deutschland: Arbeitnehmer fallen länger aus« URL: https://www.iwd.de/artikel/krankenstand-in-deutschland-arbeitnehmer-fallen-laenger-aus-377618/

 

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