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Prävention und Rehabilitation: Erfolgreiche gesundheitsfördernde Maßnahmen

Prävention und Rehabilitation: Erfolgreiche gesundheitsfördernde Maßnahmen

Modernes Arbeiten
Welchen Einfluss haben gesundheitsfördernde Maßnahmen zur Prävention auf die Erwerbsfähigkeit? Wie unterscheiden sich Verhaltens- und Verhältnisförderungsinterventionen (oder eine Kombination daraus) in der Wirksamkeit? Und wie wirken sich diese Interventionen auf die körperliche Aktivität bzw. das Sitzverhalten im beruflichen Alltag aus?

Um diese Fragen zu beantworten, führten Dr. Sonja Lippke (Department of Psychology & Methods, Jacobs University Bremen) und PD Dr. Aike Hessel (Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen) eine Metaanalyse durch. Hierbei fassten sie die Ergebnisse von 27 Studien zusammen, die sich als relevant für die Prävention und Gesundheitsförderung im Arbeitskontext erwiesen. Diese Studien untersuchten gesundheitsfördernde Maßnahmen bei 10 bis 459 Teilnehmern, sodass insgesamt 4.023 Datensätze in die Metaanalyse eingingen.

Verhaltens- vs. Verhältnisbezogeneintervention: Welche Maßnahmen sind effektiver für die Prävention?

Es gibt mehrere Ansätze für Interventionen zur Prävention: Verhaltensinterventionen zielen darauf ab, das Verhalten einer Person zu ändern, indem ihre Motivation für die Teilnahme an Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung erhöht wird. Wenn dagegen die Situation oder Umgebung umgestaltet wird, um eine Verhaltensänderung zu erzielen, handelt es sich um eine Verhältnisbezogeneintervention (z. B. ergonomische Arbeitsplatzgestaltung).

Beide Varianten zeigen positive Wirkungen auf vorhandene Beeinträchtigungen und Belastungen. Ob und in welchem Ausmaß sie jedoch im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements einen Einfluss auf eine frühzeitige Verbesserung von gesundheitsrelevanten Ressourcen (Prävention) haben, ist noch unklar. Mit der vorliegenden Metastudie wollen Lippke und Hessel folgende Frage beantworten: Welche der beiden Maßnahmenansätze (oder deren Kombination) ist effektiver für die körperliche Aktivität (verringertes Sitzverhalten) und damit für die Erwerbsfähigkeit? Welches sind also bessere gesundheitsfördernde Maßnahmen im Sinne der Prävention?

Methode: Auswahl relevanter Studien

27 Studien mit insgesamt 4.023 Datensätzen aus Deutschland, Belgien, Finnland, Großbritannien, Norwegen, Spanien, Portugal, den Niederlanden, Australien und den USA gingen in die Metaanalyse ein. Von diesen 27 Studien untersuchten 20 die Effektivität der Maßnahmen auf die körperliche Aktivität. Sieben Studien beschäftigten sich mit der Wirkung auf die generelle Arbeitsfähigkeit. Letztere wurde mit dem sogenannten Work Ability Index (WAI) erfasst. Das ist eine aus 7 Kategorien/Fragen bestehende Skala, welche die Teilnehmer vor und nach der Intervention beantworten sollten.

Präventive Verhaltensinterventionen waren hier vor allem Beratungs-, Coaching- und Trainingsmaßnahmen. Aber auch Gruppendiskussionen (offline) oder eHealth-Angebote (online) gehörten zu den untersuchten Verhaltensinterventionen, die zur Prävention eingesetzt werden. Die in den Studien untersuchten präventiven Verhältnisinterventionen bestanden vor allem in der ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes, Trainingsmöglichkeiten am Arbeitsplatz und der Optimierung der Arbeitsorganisation.

Ergebnisse der Analyse für die Prävention und Gesundheitsförderung im Arbeitskontext

Es gab nicht genügend Einzelstudien, um die Effekte aller Interventionsarten auf die Arbeitsfähigkeit, die körperliche Aktivität und das Sitzverhalten am Arbeitsplatz umfassend zu untersuchen. Insbesondere kombinierte gesundheitsfördernde Maßnahmen (Verhaltensintervention + Verhältnisintervention) wurden bislang noch zu wenig untersucht. Über die Wirksamkeit einer solchen Kombination auf die Prävention und Gesundheitsförderung lässt sich somit keine belastbare Aussage treffen. Hier besteht weiterer Forschungsbedarf. Ausgehend von den 27 analysierten Studien zeigte sich jedoch, dass die Effekte von Verhaltensinterventionen auf die Erwerbsfähigkeit und die körperliche Aktivität / das Sitzverhalten eher klein sind. Am größten waren die Effekte von Verhältnisinterventionen auf die körperliche Aktivität und das Sitzverhalten.

Die Autorinnen weisen darauf hin, dass Verhältnisinterventionen konkrete Verhaltensänderungen zur Folge haben, während Verhaltensinterventionen zunächst auf Absichten abzielen. Eine gute Absicht ist zwar eine notwendige Voraussetzung, reicht jedoch alleine oft nicht aus, damit wir unser Verhalten tatsächlich ändern. So gibt es situative Bedingungen, die uns daran hindern (z. B. Zeitdruck). Unabhängig davon sind die beiden Arten von Maßnahmen grundlegend verschieden und deshalb nicht komplett vergleichbar. Dennoch: Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung nur auf der Basis von Verhaltensintervention durchzuführen, scheint wenig zielführend zu sein.

Dagegen sollte die größere Effektivität von Verhältnisinterventionen auf die Prävention bei der Gestaltung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements unbedingt berücksichtigt werden. Hessel empfiehlt den Unternehmen, »gesundheitsförderliche Bewegungsmöglichkeiten in den Arbeitsalltag« zu integrieren.

So zeichnet sich eine gesunde Führung auch dadurch aus, dass die Führungskräfte »die Verantwortung für ausreichende körperliche Aktivitäten nicht ausschließlich in den Freizeitbereich ihrer Mitarbeiter delegieren«, so Hessel. Möglicherweise ist es auch sinnvoll, Verhaltens- und Verhältnisintervention zum Zwecke der Prävention und Gesundheitsförderung miteinander zu kombinieren. Ein wissenschaftlicher Nachweis für deren Wirksamkeit steht jedoch noch aus.

Gesunde Führung: Verhältnisförderung als wichtiger BGM-Baustein

Es gibt viele Möglichkeiten, Verhältnisförderung in das Betriebliche Gesundheitsmanagement und eine gesunde Führung zu integrieren. Gute Beispiele hierfür sind Vorgaben zu aktiven Pausen (mit elektronischer Erinnerung) oder Betriebssport. Dieser kann vor Ort oder mit Unterstützung des Unternehmens über eine Online-Plattform wie machtfit angeboten werden.

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